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​Wer sind wir?
Wer sind wir,
wenn Zeit wie Sand durch die Finger rinnt,
wenn das Jetzt zur Vergangenheit wird,
noch bevor wir es begreifen?
Wer sind wir,
wenn das Gestern in Narben spricht,
wenn das Morgen uns Fragen stellt,
die wir nicht zu beantworten wagen?
In der Stille zwischen Festhalten und Loslassen
suchen wir uns selbst,
finden Bruchstücke von Leben,
Splitter aus Glück, Schatten aus Schmerz.
Wer sind wir,
wenn Erinnerungen schwer wiegen,
wenn Geschichten, die uns formen,
von anderen Stimmen erzählt wurden?
Wir tragen die Spuren,
die das Leben uns gab,
die unserer Ahnen,
die nie gefragt haben,
wer wir sein könnten.
Wer sind wir,
wenn Veränderung uns ruft,
wenn das Alte vergeht
und das Neue noch keinen Namen hat?
Vielleicht sind wir der Fluss,
der immer bleibt, obwohl er sich wandelt.
Vielleicht sind wir der Atem,
der uns trägt, auch wenn wir ihn vergessen.
Wer sind wir?
Ein Echo der Vergangenheit,
ein Schrei nach dem Morgen,
ein Moment im Jetzt.
Vielleicht sind wir nur die Frage selbst.

 

( Text: Susanna Hiss)

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